Pressegesprächsrunde – Die Zukunft der SolarindustrieMünchen, 09.03.2010 - Im Rahmen einer Gesprächsrunde zum Thema "Die Zukunft der Solarindustrie" trafen sich Udo Möhrstedt, Matthijs Bruijnse und Hans-Josef Fell in München, um über die zukünftige Situation der Photovoltaikindustrie in Deutschland zu sprechen.
Pressegesprächsrunde in München

Lesen Sie hier einige interessante Zitatauszüge:
Hans-Josef Fell, Energiepolitischer Sprecher Bündnis 90 Die Grünen, Vizepräsident von EUROSOLAR
„Um die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke durchzusetzen, muss das Wachstum der erneuerbaren Energien gebremst werden.“
„Natürlich ist der Verbraucherschutz für Stromkunden wichtig. Wir sollten aber zunächst auf die exorbitanten Gewinne der großen Stromkonzerne schauen, die allein in den letzten drei Jahren jährlich sechs Milliarden Euro Zusatzgewinne machten. Das liegt nicht an den erneuerbaren Energien, sondern an ihrer ungebremsten Marktmacht.“
„Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn Deutschland nach dem erfolgreichen Aufbau der Solarindustrie die heimische Industrie und ihre Arbeitsplätze gefährdet, statt sie nun für den schnell wachsenden Weltmarkt fit zu machen.
Matthijs Bruijnse, Geschäftsführer der BP Solar Deutschland GmbH
„Es wird auch nach dem ersten Juli 2010 einen deutschen Markt geben. Die Frage ist nur, wer hier dann mitspielt.“
„Eine zusätzliche Absenkung im einstelligen Bereich wäre verkraftbar und vertretbar. Das, was aktuell geplant ist, ist zu viel und geht zu schnell.“
„Wir haben es mit Anlagen mit einer Lebensdauer von mehr als 20 Jahren zu tun. Die Zukunft der Branche liegt daher immer mehr in der Qualität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: von der Produktion bis hin zum Installateur.“
Udo Möhrstedt, Gründer und Vorstandsvorsitzender von IBC SOLAR
„Wenn Grid Parity 2013 erreicht ist, heißt das nicht, dass wir das EEG nicht mehr brauchen. Es werden noch acht bis zehn Jahre vergehen, bis die Speichertechnologien effizient genug sind und wir den Strom unabhängig von der Tageszeit nutzen können. Wenn das Ziel erreicht ist, dann braucht die Branche keine Förderung mehr.“
„Deutsche Hersteller haben im Laufe der Zeit ein Know-how entwickelt, das sie erfolgreich in der ganzen Welt verkaufen. Jetzt müssen Sie sich auf einzelne Wertschöpfungsstufen konzentrieren. Sie können nicht alle Schritte von der WaferHauchdünne, meist quadratische Scheiben aus Silizium, aus denen Solarzellen hergestellt werden.-Produktion bis zum Anlagenbau erfolgreich abdecken.
„Warum sollen Landwirte nicht selbst entscheiden dürfen, wie sie ihre Ackerflächen nutzen? Wir haben in Deutschland eine Überproduktion an landwirtschaftlichen Gütern und die Landwirte können trotzdem nicht davon leben.“ |